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Poolpflege an der Costa Blanca: Der Ratgeber für Eigentümer

Wasserchemie, Filterlaufzeiten, Salzelektrolyse, Algen, Verdunstung und Winterbetrieb: der vollständige Ratgeber für Poolbesitzer an der nördlichen Costa Blanca, auch wenn Sie nicht vor Ort sind.

Klarer Pool einer Villa an der Costa Blanca mit Skimmer und Einstiegsleiter in der Vormittagssonne

Worauf kommt es bei der Poolpflege an der Costa Blanca an?

Poolpflege an der Costa Blanca ruht auf drei Säulen: stabile Wasserchemie, ausreichende Filterung und regelmäßige mechanische Reinigung. Die mediterrane Sonne baut Chlor schnell ab, warmes Wasser fördert Algen, und das kalkhaltige Leitungswasser der Marina Alta lagert sich an Fliesen und Technik ab. Wer diese drei Einflüsse kennt und das Becken regelmäßig misst, hat selten ein Problem.

Ein Pool ist ein lebendiges System. Jeden Tag gelangen Staub, Pollen, Laub, Sonnencreme, Insekten und Regen ins Wasser, während die UV-Strahlung das Desinfektionsmittel verbraucht. Die Aufgabe der Pflege ist, diesen Eintrag laufend auszugleichen. Das gelingt am zuverlässigsten mit einer festen Routine statt mit großen Rettungsaktionen, wenn das Wasser bereits grün ist.

Für Eigentümer, die nur einige Wochen im Jahr vor Ort sind, stellt sich zusätzlich die Frage, wer die Routine übernimmt, wenn niemand da ist. Dieser Ratgeber erklärt die Wasserwerte, die Technik und den Jahresverlauf so, dass Sie selbst entscheiden können, was Sie erledigen und was Sie abgeben möchten. Einen Überblick über alle Beiträge rund ums Becken finden Sie im Themenbereich Pool.

Welche Wasserwerte sollte ein Pool haben?

Ein gut eingestellter Privatpool hat einen pH-Wert von 7,2 bis 7,6, freies Chlor von etwa 1 bis 1,5 mg/l (bei Salzanlagen oft etwas darüber), eine Gesamtalkalinität von rund 80 bis 120 mg/l und einen Stabilisator (Cyanursäure) deutlich unter 75 mg/l. Die Calciumhärte ist in der Marina Alta meist von Natur aus hoch und muss eher begrenzt als angehoben werden.

Die folgenden Richtwerte stammen aus der üblichen Praxis der Poolpflege. Für öffentliche Bäder legt in Spanien das Real Decreto 742/2013 Grenzwerte fest (unter anderem pH 7,2 bis 8,0 und freies Chlor 0,5 bis 2,0 mg/l). Für Privatpools gilt diese Verordnung nicht verbindlich, sie ist aber ein guter Orientierungsrahmen. Maßgeblich für Ihre Anlage sind außerdem die Angaben des Herstellers von Salzzelle, Dosiertechnik und Pflegemitteln.

Richtwerte für die Wasserchemie im Privatpool
Wert Zielbereich Was er bewirkt Typisches Problem in der Region
pH-Wert 7,2 bis 7,6 Steuert die Wirksamkeit des Chlors und den Hautkomfort Steigt bei Salzanlagen und durch hartes Nachfüllwasser an
Freies Chlor ca. 1 bis 1,5 mg/l (Salz: oft 1 bis 2 mg/l) Desinfiziert, verhindert Algen und Keime Wird von starker Sonne und Hitze schnell verbraucht
Gebundenes Chlor möglichst unter 0,2 mg/l Zeigt verbrauchtes Chlor (Chloramine), riecht stechend Steigt bei hoher Badelast, etwa bei Ferienvermietung
Gesamtalkalinität ca. 80 bis 120 mg/l Puffert den pH-Wert, verhindert starke Schwankungen Oft hoch durch kalkhaltiges Leitungswasser
Cyanursäure (Stabilisator) ca. 30 bis 50 mg/l, nicht über 75 mg/l Schützt Chlor vor UV-Abbau Reichert sich bei stabilisierten Chlortabletten an
Calciumhärte ca. 200 bis 400 mg/l Schützt Fugen und Oberflächen vor Auslaugung Liegt mit Leitungswasser der Region häufig darüber

pH-Wert: der Wert, der zuerst stimmen muss

Der pH-Wert im Pool entscheidet darüber, wie viel des gelösten Chlors tatsächlich desinfiziert. Bei pH 7,2 liegt ein großer Teil des Chlors in seiner wirksamen Form vor, bei pH 8,0 nur noch ein kleiner Bruchteil. Ein Pool mit korrekt gemessenem Chlor, aber einem pH von 8,0 ist deshalb schlecht geschützt. Deshalb gilt in jeder Routine: erst pH messen und einstellen, dann Chlor. Zum Senken dienen pH-Minus-Produkte (meist auf Basis von Natriumbisulfat oder verdünnter Säure), zum Anheben pH-Plus. Dosieren Sie in kleinen Schritten und messen Sie nach einigen Stunden Umwälzung erneut.

Freies und gebundenes Chlor

Beim Chlor im Pool unterscheidet man freies Chlor, das noch desinfizieren kann, und gebundenes Chlor, das bereits mit Verunreinigungen reagiert hat. Der typische Hallenbadgeruch entsteht nicht durch zu viel Chlor, sondern durch gebundenes Chlor. Die Lösung ist dann paradoxerweise eine Stoßchlorung, die diese Verbindungen aufbricht. Messen Sie mit einem Testset nach DPD-Methode (Tabletten oder Tropfen) oder einem Photometer; Teststreifen sind für eine schnelle Kontrolle brauchbar, aber ungenauer.

Stabilisator: hilfreich, aber in Maßen

Cyanursäure schützt freies Chlor vor dem Abbau durch UV-Licht und ist unter der Sonne der Costa Blanca grundsätzlich sinnvoll. Das Problem: Sie baut sich kaum ab. Wer über Monate stabilisierte Chlortabletten (Trichlor) verwendet, reichert den Stabilisator immer weiter an. Ab etwa 75 mg/l bremst er die Wirkung des Chlors so stark, dass Algen trotz messbarem Chlor wachsen. Die einzige wirksame Gegenmaßnahme ist ein Teilwasserwechsel. Messen Sie Cyanursäure deshalb einmal im Monat, bei Tablettenbetrieb häufiger.

Alkalinität, Härte und das harte Wasser der Marina Alta

Das Leitungswasser in weiten Teilen der Marina Alta ist hart und kalkreich. Für den Pool bedeutet das: Die Alkalinität und die Calciumhärte liegen oft schon beim Befüllen hoch, und mit jeder Nachfüllung im Sommer kommt weiterer Kalk hinzu, während Wasser verdunstet und der Kalk bleibt. Sichtbar wird das als weißer Rand an der Wasserlinie, raue Oberflächen, verkalkte Düsen und Ablagerungen auf den Platten der Salzzelle. Mehr zu den Ursachen erklärt der Glossarbeitrag Kalk und hartes Wasser.

Marina Alta

Bei hartem Nachfüllwasser hilft es, den pH-Wert eher im unteren Bereich (7,2 bis 7,4) zu halten, weil Kalk bei niedrigerem pH weniger ausfällt. Ein Kalkstabilisator (Sequestriermittel) kann Ablagerungen zusätzlich bremsen. Die Wasserlinie sollte regelmäßig mit einem geeigneten, nicht scheuernden Reiniger behandelt werden, bevor sich der Rand festsetzt.

Wie lange muss die Poolpumpe laufen?

Die tägliche Filterzeit richtet sich nach der Wassertemperatur: Wassertemperatur in Grad geteilt durch zwei ergibt eine gute Näherung in Stunden. Bei 28 Grad sind das rund 14 Stunden, bei 16 Grad rund 8 Stunden. Im Winter reichen einige Stunden täglich, doch die Pumpe sollte an der Costa Blanca nie wochenlang stillstehen, solange Wasser im Becken ist.

Die Poolpumpe saugt das Wasser über Skimmer und Bodenablauf an, drückt es durch den Filter und führt es über die Einlaufdüsen zurück. Nur solange sie läuft, werden Schmutz gefiltert, Chemie verteilt und bei Salzanlagen Chlor erzeugt. Zu kurze Laufzeiten sind die häufigste Ursache für trübes Wasser im Frühsommer.

Orientierung für Filterzeiten im Jahresverlauf
Zeitraum Typische Wassertemperatur Filterzeit pro Tag Hinweis
Dezember bis Februar niedrig ca. 2 bis 4 Stunden Salzzellen produzieren bei kaltem Wasser oft weniger
März bis Mai steigend ca. 5 bis 8 Stunden Pollen und Frühjahrsstaub, Chemie neu einstellen
Juni warm ca. 8 bis 10 Stunden Algenrisiko steigt spürbar
Juli bis August sehr warm ca. 10 bis 14 Stunden oder mehr Hohe Badelast und Hitze, Chlorverbrauch am höchsten
September bis Oktober noch warm ca. 8 bis 10 Stunden Starkregen und DANA bringen Schmutz ins Becken
November fallend ca. 4 bis 6 Stunden Laubfall, Vorbereitung auf den Winter

Teilen Sie die Laufzeit in zwei Blöcke auf, etwa einen am Vormittag und einen am späten Nachmittag. So ist das Wasser in den sonnenreichen Stunden in Bewegung, und die Salzzelle erzeugt dann Chlor, wenn es verbraucht wird. Wenn Sie einen günstigeren Nachtstromtarif haben, kann ein Teil der Laufzeit in die Nacht wandern, aber nicht die gesamte. Drehzahlgeregelte Pumpen erlauben längere Laufzeiten bei geringerer Leistung, was oft effizienter ist als kurze Volllast.

Skimmer, Körbe, Bürsten und Rückspülen

Die Chemie hält das Wasser keimfrei, die mechanische Reinigung hält es sauber. Beides gehört zusammen: Laub, das tagelang am Boden liegt, verbraucht Chlor und färbt Fugen.

  • Skimmerkörbe leeren: Der Skimmer fängt Schwimmendes ab. Ein voller Korb drosselt den Durchfluss und belastet die Pumpe. Im Herbst und nach Wind unter Umständen täglich.
  • Vorfilterkorb der Pumpe prüfen: Haare, Blätter und Insekten sammeln sich hier. Pumpe vorher ausschalten, Deckel danach dicht verschließen.
  • Oberfläche abkeschern: Laub und Insekten entfernen, bevor sie absinken.
  • Wände und Wasserlinie bürsten: Einmal pro Woche, im Hochsommer öfter. Bürsten löst den ersten Algenbelag, bevor er sichtbar wird.
  • Boden saugen: Manuell oder mit Poolroboter. Den Roboter nach dem Einsatz aus dem Wasser nehmen und den Filterbeutel reinigen.
  • Manometer ablesen: Steigt der Druck am Filter deutlich über den Wert nach dem letzten Rückspülen, ist der Filter zugesetzt.

Wann und wie wird der Sandfilter rückgespült?

Beim Rückspülen des Poolfilters wird das Wasser rückwärts durch das Filtermedium geleitet und der aufgefangene Schmutz in den Abwasseranschluss gespült. Anlass ist ein erhöhter Druck am Manometer, in der Praxis oft alle ein bis zwei Wochen in der Saison und nach jeder Algenbehandlung. Im Winter genügt es seltener.

  1. Pumpe ausschalten. Das Mehrwegeventil nie bei laufender Pumpe verstellen, sonst leidet die Dichtung.
  2. Ventil auf Rückspülen stellen. Pumpe einschalten und laufen lassen, bis das Wasser im Schauglas klar ist, meist ein bis drei Minuten.
  3. Pumpe ausschalten, Ventil auf Nachspülen. Etwa eine halbe Minute nachspülen, damit sich das Sandbett setzt und kein Schmutz ins Becken gelangt.
  4. Zurück auf Filtern. Pumpe einschalten, Druck notieren. Das ist der neue Ausgangswert.
  5. Wasser nachfüllen. Rückspülen kostet Wasser; der Pegel muss wieder in der Mitte der Skimmeröffnung liegen.

Das Filtermedium hält nicht ewig. Beim Sandfilter verklumpt der Sand über die Jahre, besonders bei hartem Wasser, und sollte nach Herstellerangabe erneuert werden. Glasgranulat ist eine verbreitete Alternative.

Salzelektrolyse: was sie leistet und was nicht

Bei der Salzelektrolyse wird dem Poolwasser Salz zugesetzt, und eine Elektrolysezelle erzeugt daraus laufend Chlor. Der Eigentümer muss kein Chlor lagern oder dosieren, das Wasser fühlt sich weicher an. Dafür steigt der pH-Wert bei Salzanlagen typischerweise an, die Zelle verkalkt mit hartem Wasser, und bei niedriger Wassertemperatur sinkt die Produktion.

Die Salzelektrolyse ist an der Costa Blanca weit verbreitet und gut geeignet für Häuser, deren Eigentümer oft abwesend sind. Sie ersetzt aber nicht die Kontrolle. Worauf zu achten ist:

  • Salzgehalt nach Vorgabe des Herstellers halten; er sinkt durch Rückspülen, Regenüberlauf und Spritzwasser, nicht durch Verdunstung.
  • pH-Wert automatisch regeln (Dosierpumpe mit pH-Minus) oder mindestens wöchentlich messen und korrigieren.
  • Zelle regelmäßig auf weiße Kalkkrusten prüfen; viele Geräte reinigen sich durch Umpolung selbst, bei hartem Wasser reicht das nicht immer.
  • Zellreinigung nur nach Herstelleranleitung, meist mit verdünnter Säure, niemals mit Metallwerkzeug.
  • Im Winter prüfen, ob die Anlage bei kaltem Wasser abschaltet, und gegebenenfalls von Hand nachchloren.
  • Bei Stoßchlorung die Zelle nicht einfach auf Maximum stellen und vergessen; Leistung nach der Behandlung zurücknehmen.

Algen vorbeugen und behandeln

Algen entstehen, wenn im warmen Wasser zu wenig wirksames Chlor vorhanden ist, meist wegen eines zu hohen pH-Werts, zu viel Stabilisator, zu kurzer Filterung oder eines plötzlichen Chlorverbrauchs durch Hitze, Regen oder Staub. Vorbeugen heißt: Werte regelmäßig messen, Wände bürsten und die Filterzeit der Temperatur anpassen.

Ein Becken kippt selten über Nacht, aber schneller, als viele erwarten. Ein typisches Beispiel: Die Eigentümer reisen Ende Juni ab, die Salzanlage ist korrekt eingestellt, doch eine Woche später zieht Calima über die Küste, danach folgt eine Hitzewelle. Der Staub trübt das Wasser, der Chlorvorrat ist in wenigen Tagen verbraucht, und nach zehn Tagen schimmert der Boden grünlich. Mit einer Kontrolle nach dem Staubereignis hätte eine kleine Korrektur genügt. Mehr zu diesem Szenario lesen Sie im Beitrag was mit dem Pool passiert, wenn die Villa leer steht.

Algenarten und Vorgehen
Erscheinung Typischer Ort Vorgehen
Grünes, trübes Wasser Ganzes Becken pH einstellen, Stoßchlorung, bürsten, Dauerfilterung, danach rückspülen
Grüne Flecken Ecken, Treppen, Schattenzonen Gezielt bürsten, Chlor anheben, Durchströmung prüfen
Gelblich-brauner Belag Schattige Wände, Boden Kräftig bürsten, erhöhte Chlorung über mehrere Tage, Zubehör mitbehandeln
Schwarze Punkte Fugen, raue Stellen Mit harter Bürste bearbeiten, lokal behandeln; hartnäckig, oft Fachbetrieb
  1. Grobe Verschmutzung entfernen. Laub abkeschern, Körbe leeren.
  2. pH-Wert auf 7,2 bis 7,4 bringen. Ohne diesen Schritt verpufft ein großer Teil der Stoßchlorung.
  3. Stoßchlorung nach Produktangabe. Am besten am Abend, damit die Sonne das Chlor nicht sofort abbaut.
  4. Bürsten. Wände, Boden, Treppen und Ecken, damit das Chlor an den Belag gelangt.
  5. Durchgehend filtern. 24 bis 48 Stunden, dabei den Filterdruck beobachten.
  6. Rückspülen und nachmessen. Abgestorbene Algen setzen den Filter zu. Erst baden, wenn das Chlor wieder im Normalbereich liegt.

Einen Überblick über Ursachen und Arten finden Sie im Glossareintrag Algen im Pool. Flockungsmittel können bei hartnäckiger Trübung helfen, gehören aber nicht in jede Routine.

Verdunstung, Wasserstand und Lecks

Im Sommer verliert ein offener Pool an der Costa Blanca durch Sonne, Wärme und Wind täglich sichtbar Wasser, oft mehrere Millimeter pro Tag. Das ist normal. Der Pegel muss trotzdem in der Mitte der Skimmeröffnung bleiben, sonst zieht die Pumpe Luft und kann trockenlaufen. Ein Verlust, der deutlich über die Verdunstung hinausgeht, deutet auf ein Leck hin.

Ein zu niedriger Wasserstand gehört zu den häufigsten Schäden in Häusern, deren Eigentümer im Sommer abwesend sind. Die Pumpe saugt Luft, läuft heiß, und im ungünstigen Fall wird die Gleitringdichtung beschädigt. Automatische Nachspeisungen gibt es, sie müssen aber gewartet werden, und ein defektes Schwimmerventil kann umgekehrt dauerhaft Wasser nachlaufen lassen, was ein Leck verdeckt. Wie Sie das Haus insgesamt vor großer Hitze schützen, beschreibt der Beitrag Haus vor einer Hitzewelle schützen.

Der Eimertest

  1. Eimer vorbereiten. Einen Eimer mit Poolwasser füllen und auf die erste oder zweite Stufe stellen, sodass er etwa zur Hälfte im Wasser steht.
  2. Markieren. Wasserstand im Eimer und außen am Eimer (Poolspiegel) markieren.
  3. Einen Tag warten. Einmal mit laufender Pumpe testen, einmal ohne.
  4. Vergleichen. Sinkt der Poolspiegel deutlich stärker als das Wasser im Eimer, liegt wahrscheinlich ein Leck vor. Ist der Verlust nur bei laufender Pumpe höher, liegt der Verdacht bei den Druckleitungen oder der Technik.

Feuchte Stellen im Technikraum, nasse Erde neben dem Becken, absinkende Platten oder Risse in den Fugen sind weitere Hinweise. Die Ortung selbst ist Arbeit für einen spezialisierten Fachbetrieb.

Winterbetrieb oder abdecken?

An der Costa Blanca wird der Pool im Winter meist nicht stillgelegt, sondern mit verkürzter Filterzeit weiterbetrieben. Frost ist an der Küste selten, und ein Becken mit laufender Umwälzung und eingestellter Chemie lässt sich im Frühjahr leicht wieder in Betrieb nehmen. Eine Abdeckung ergänzt das sinnvoll, weil sie Laub, Staub und Licht fernhält.

Das Wasser wird dabei nicht abgelassen. Ein leeres Becken ist Wetter und Grundwasserdruck ausgesetzt, die Oberfläche kann Schaden nehmen, und bei starkem Regen kann ein leeres Becken im ungünstigen Fall sogar aufschwimmen. Ein typischer Winterablauf sieht so aus:

  • Im November pH und Chlor einstellen, gründlich bürsten und rückspülen.
  • Filterzeit schrittweise auf wenige Stunden täglich reduzieren.
  • Bei Bedarf ein Winterpflegemittel nach Herstellerangabe zugeben.
  • Abdeckung straff und gesichert anbringen, Regenwasser auf der Plane regelmäßig entfernen.
  • Nach Starkregen oder einer DANA Wasserstand, Überlauf und Technikraum prüfen.
  • Mindestens alle zwei Wochen kontrollieren, auch wenn das Becken abgedeckt ist.

Achtung

Rollabdeckungen und Planen sind keine Kindersicherung, wenn sie nicht ausdrücklich dafür ausgelegt sind. Ein abgedecktes Becken mit Wasserpfütze auf der Plane ist für Kinder und Haustiere gefährlich. Sicherheitsabdeckungen und Zäune sind ein eigenes Thema, das Sie bei Vermietung oder Besuch von Familien bedenken sollten.

Wie bleibt ein Pool in Ordnung, wenn niemand da ist?

Ein Pool in einem unbewohnten Haus bleibt stabil, wenn Filterzeiten per Zeitschaltuhr laufen, die Chemie vor der Abreise eingestellt ist, der Wasserstand ausreicht und jemand in regelmäßigen Abständen misst, reinigt und nachfüllt. Im Sommer ist wöchentlich der sinnvolle Rhythmus, im Winter genügt oft alle zwei Wochen. Automatik ersetzt keine Sichtkontrolle.

Automatisierung hilft: Zeitschaltuhren, Salzanlagen, pH-Dosierung und Poolroboter nehmen viel Routine ab. Sie verschieben aber das Risiko. Fällt eine Sicherung, verstopft ein Korb, läuft ein pH-Kanister leer oder sinkt der Wasserstand, bemerkt die Automatik das nicht. Genau diese Fehler entdeckt eine Person, die vor Ort nachsieht.

Vor der Abreise lohnt sich eine kurze Übergabe: Werte messen und notieren, Filterzeiten dokumentieren, Chemikalienvorrat prüfen, Kanister sicher und kühl lagern, Stromkreis der Pooltechnik kennzeichnen. So kann die Person, die das Becken betreut, jede Abweichung schnell einordnen. Welche Punkte eine vollständige Kontrolle des Hauses umfasst, zeigt die Checkliste Hauskontrolle im Abschnitt Pool.

Wochen- und Saisonplan für Ihren Pool

Pflegeplan für Pools an der Costa Blanca
Aufgabe Sommer (Juni bis September) Übergang (Frühling, Herbst) Winter
pH und freies Chlor messen 1 bis 2 Mal pro Woche, bei Vermietung öfter wöchentlich alle 1 bis 2 Wochen
Skimmer und Vorfilter leeren mehrmals pro Woche wöchentlich bei jeder Kontrolle
Wände und Wasserlinie bürsten wöchentlich oder öfter wöchentlich alle 2 Wochen
Boden saugen wöchentlich wöchentlich bei Bedarf
Rückspülen nach Filterdruck, oft alle 1 bis 2 Wochen nach Filterdruck selten, nach Bedarf
Wasserstand prüfen, nachfüllen bei jeder Kontrolle bei jeder Kontrolle nach Regen auf Überlauf achten
Alkalinität, Stabilisator, Härte, Salz monatlich zum Saisonwechsel vor der Winterpause
Salzzelle auf Kalk prüfen monatlich zum Saisonwechsel einmal
Technikraum auf Feuchtigkeit und Geräusche prüfen bei jeder Kontrolle bei jeder Kontrolle bei jeder Kontrolle

Wie sich die Poolaufgaben in den übrigen Jahresablauf des Hauses einfügen, zeigt der Wartungskalender für die Marina Alta.

Sicherer Umgang mit Poolchemie

Poolchemikalien sind im Alltag unkritisch, wenn einige Grundregeln gelten. Chlorprodukte und pH-Minus dürfen nie gemischt oder im selben Behälter gelöst werden, weil dabei gefährliche Gase entstehen können. Lagern Sie Kanister kühl, trocken, verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern, im Idealfall nicht im selben geschlossenen Raum wie die Technik, weil Dämpfe Metall angreifen. Geben Sie Chemie immer ins Wasser und nie Wasser auf die Chemie, tragen Sie Handschuhe und Schutzbrille, und halten Sie die Anweisungen auf dem Etikett ein.

Tipp

Legen Sie im Technikraum ein einfaches Protokollblatt oder eine Notiz im Telefon an: Datum, pH, freies Chlor, Wassertemperatur, Filterdruck, was dosiert wurde. Nach einigen Wochen sehen Sie, wie Ihr Becken reagiert, und können Probleme erkennen, bevor sie sichtbar werden.

Wann Unterstützung sinnvoll ist

Viele Eigentümer pflegen ihren Pool gern selbst, solange sie vor Ort sind, und brauchen Hilfe vor allem für die Wochen dazwischen. Casa Alta übernimmt in der Marina Alta die regelmäßige Poolpflege mit Messprotokoll: Werte messen und einstellen, reinigen, rückspülen, Wasserstand halten und Auffälligkeiten melden. Für Reparaturen an Pumpe, Filter, Leitungen oder Elektrolyse koordinieren wir vertrauenswürdige Fachbetriebe aus der Region und begleiten den Termin vor Ort.

Häufige Fragen

Welcher pH-Wert ist im Pool richtig?

Der empfohlene pH-Wert für Schwimmbecken liegt zwischen 7,2 und 7,6. In diesem Bereich wirkt Chlor gut, das Wasser reizt Augen und Haut kaum und Kalk fällt weniger aus. Steigt der pH-Wert über 7,8, verliert Chlor spürbar an Wirkung und das Wasser neigt zu Trübung und Kalkablagerungen. Messen Sie deshalb immer zuerst den pH-Wert und korrigieren Sie ihn, bevor Sie Chlor nachdosieren.

Wie viele Stunden am Tag muss die Poolpumpe laufen?

Als Faustregel gilt: Wassertemperatur geteilt durch zwei ergibt die tägliche Filterzeit in Stunden. Bei 28 Grad sind das etwa 14 Stunden, bei 14 Grad etwa 7 Stunden, mit Untergrenzen von einigen Stunden im Winter. Große Badelast, Hitze, Regen oder Staub verlangen mehr. Verteilen Sie die Laufzeit auf zwei Blöcke, einen davon in den Tagesstunden, wenn die Sonne das Chlor abbaut.

Warum ist mein Pool trotz Chlor grün geworden?

Meist stimmt der pH-Wert nicht, der Stabilisator ist zu hoch, die Filterzeit war zu kurz oder der Filter ist verschmutzt. Auch ein Gewitter, Calima-Staub oder eine Hitzewelle können den Chlorvorrat in kurzer Zeit aufbrauchen. Messen Sie pH und freies Chlor, stellen Sie den pH ein, führen Sie eine Stoßchlorung durch, bürsten Sie Wände und Boden und lassen Sie die Filteranlage durchgehend laufen, bis das Wasser klar ist.

Braucht ein Salzwasserpool weniger Pflege?

Ein Salzwasserpool erzeugt sein Chlor selbst über eine Elektrolysezelle, deshalb entfällt das regelmäßige Nachfüllen von Chlor. Der pH-Wert steigt bei Salzanlagen jedoch eher an und muss häufig korrigiert werden. Die Zelle verkalkt mit hartem Wasser, der Salzgehalt muss stimmen, und bei kaltem Wasser produzieren viele Anlagen weniger. Weniger Chemie heißt also nicht weniger Kontrolle.

Soll ich den Pool im Winter abdecken oder weiterlaufen lassen?

An der Costa Blanca lassen die meisten Eigentümer den Pool im Winter mit verkürzter Filterzeit weiterlaufen, weil Frost selten ist und das Wasser so leichter beherrschbar bleibt. Eine gut sitzende Winterabdeckung reduziert Laub, Staub, Licht und damit Algenwachstum. Wichtig ist in beiden Fällen, das Wasser nicht abzulassen, die Chemie vor der Winterpause einzustellen und das Becken regelmäßig zu kontrollieren.

Wie erkenne ich, ob der Pool ein Leck hat?

Ein Hinweis ist ein Wasserverlust, der über die normale Verdunstung hinausgeht, etwa wenn Sie mehrmals pro Woche deutlich nachfüllen müssen. Der Eimertest hilft: Ein gefüllter Eimer steht auf der ersten Treppenstufe, Wasserstand innen und außen werden markiert. Sinkt der Poolspiegel nach einem Tag deutlich stärker als der Eimer, liegt wahrscheinlich ein Leck vor, das ein Fachbetrieb orten sollte.