Ratgeber · Sicherheit & Einbruchschutz

Sicherheits-Checkliste für Eigentümer, die nicht vor Ort sind

Eine ruhige, sachliche Checkliste für Eigentümer im Ausland: mechanischer Schutz, Alarm und Kameras, bewohnter Eindruck, Schlüsselverwaltung, Versicherung und was nach einem Einbruch zu tun ist.

Villa an der Costa Blanca am Abend mit beleuchteten Fenstern und geschlossenen Persianas

Wie schützen Sie ein Haus in Spanien, wenn Sie nicht da sind?

Ein Haus, dessen Eigentümer im Ausland leben, wird am besten in Schichten geschützt: Mechanik verzögert ein Eindringen, eine Alarmanlage mit Aufschaltung meldet es, ein Mensch vor Ort reagiert, und ein bewohnter Eindruck sorgt dafür, dass das Haus gar nicht erst als Ziel ausgewählt wird. Keine dieser Schichten ersetzt die anderen, gemeinsam machen sie das Haus zu einem schwierigen und wenig lohnenden Ziel.

Die meisten Einbrüche in Ferienhäuser sind keine ausgeklügelten Aktionen. Wer einbricht, sucht Gelegenheiten: ein Haus, das erkennbar leer steht, eine Terrassentür, die sich mit einem Schraubendreher aufhebeln lässt, ein Grundstück ohne Einsicht von der Straße. Gute Sicherheit bedeutet deshalb nicht, aus dem Haus eine Festung zu machen, sondern die Gelegenheiten zu verringern und dafür zu sorgen, dass jemand merkt, wenn doch etwas passiert.

Die folgende Checkliste ist nach diesen Schichten geordnet. Sie beginnt beim Grundstück und endet bei der Frage, was nach einem Einbruch zu tun ist. Wer sich systematisch auf eine Abwesenheit vorbereitet, findet ergänzende Punkte zu Wasser, Strom und Feuchtigkeit im Ratgeber Haus in Spanien für Monate verlassen.

Die Schichten der Haussicherheit im Überblick
Schicht Aufgabe Beispiele
Grundstück Abschrecken, Einsicht ermöglichen Tor, Zaun, Beleuchtung mit Bewegungsmelder, gepflegter Garten
Gebäudehülle Eindringen verzögern Sicherheitstür, Mehrfachverriegelung, Rejas, Persianas mit Hochschiebesicherung
Melden Eindringen erkennen und weitergeben Alarmanlage mit Aufschaltung, Kameras, Sensoren
Reagieren Vor Ort handeln Alarmzentrale, Vertrauensperson mit Schlüssel, Polizei
Bewohnter Eindruck Nicht als Ziel ausgewählt werden Zeitschaltuhren, geleerte Post, regelmäßige Präsenz
Organisation Folgen begrenzen Schlüsselliste, Versicherung, Inventar, Notfallplan

Welche Türen und Schlösser braucht ein Ferienhaus?

Die Haustür eines Ferienhauses sollte eine Sicherheitstür (puerta blindada oder puerta acorazada) mit Mehrfachverriegelung und einem Sicherheitszylinder sein, der gegen Aufbohren, Ziehen und Aufsperren geschützt ist. Ebenso wichtig sind die Nebeneingänge: Terrassentüren, Garagentüren und Kellerzugänge sind oft schwächer gesichert als die Haustür und deshalb der häufigere Angriffspunkt.

In vielen älteren Häusern an der Costa Blanca ist die Haustür solide, während die großen Schiebetüren zur Terrasse aus einfachen Aluminiumprofilen mit einem kleinen Hakenriegel bestehen. Solche Türen lassen sich oft aus der Schiene heben. Zusatzschlösser, Aushebelsicherungen und eine Sperrstange in der Laufschiene sind einfache, wirksame Verbesserungen.

  • Haustür: Sicherheitstür mit Mehrfachverriegelung, Sicherheitszylinder mit Sicherungskarte, Zylinder nicht über den Beschlag hinausstehend.
  • Terrassen- und Schiebetüren: Zusatzschloss oder Sperrstange, Aushebelsicherung an der oberen Schiene.
  • Garagentor: Motor mit gesicherter Notentriegelung, Verbindungstür zum Haus wie eine Haustür behandeln.
  • Fenster im Erdgeschoss und an leicht erreichbaren Stellen: abschließbare Griffe oder Rejas.
  • Dachluken, Lichtschächte und Kellerfenster nicht vergessen.
  • Nach dem Kauf eines Hauses alle Schließzylinder tauschen; Sie wissen nie, wie viele Schlüssel im Umlauf sind.

Tipp

Bewahren Sie die Sicherungskarte des Schließzylinders nicht im Haus auf. Ohne sie lassen sich keine Nachschlüssel anfertigen, mit ihr aber schon. Ein Foto der Karte in Ihren Unterlagen und das Original an einem sicheren Ort zu Hause reichen.

Rejas und Persianas: Schutz oder nur Optik?

Rejas (Fenstergitter) und Persianas (Rollläden) sind in Spanien verbreitete und wirksame Schutzelemente, wenn sie richtig ausgeführt sind. Eine Reja schützt nur, wenn sie fest im Mauerwerk verankert ist und die Stäbe eng genug stehen. Eine Persiana schützt nur, wenn sie sich von außen nicht hochschieben lässt. Beide sollten bei Kontrollgängen regelmäßig geprüft werden.

Eine Reja ist an vielen Häusern der Marina Alta Standard, besonders im Erdgeschoss. Sie verhindert, dass jemand durch ein geöffnetes oder eingeschlagenes Fenster einsteigt, und erlaubt gleichzeitig, bei Anwesenheit nachts zu lüften. Achten Sie auf gelockerte Befestigungen, Rost an den Einmauerungen und darauf, dass Rejas vor Fluchtwegen im Notfall von innen zu öffnen sind.

Eine Persiana wird im Sommer vor allem gegen Hitze geschlossen. Als Einbruchschutz taugt sie nur mit Hochschiebesicherung oder Verriegelung. Einfache Kunststofflamellen ohne Sicherung lassen sich mit etwas Kraft hochdrücken. Bei der Abwesenheit gibt es zudem einen Zielkonflikt: Komplett geschlossene Persianas über Wochen signalisieren Leerstand und halten Feuchtigkeit im Haus. Bewährt hat sich, die Persianas auf der Straßenseite teilweise zu öffnen und bei jedem Kontrollgang die Stellung leicht zu verändern.

Marina Alta

In Meeresnähe rosten Rejas und Beschläge durch die Salzluft schneller. Rostblasen an der Stelle, an der das Gitter im Mauerwerk sitzt, sind ein Hinweis, dass die Verankerung nachlässt. Ein Schlosser kann sie neu setzen, bevor das Gitter nur noch optisch schützt.

Alarmanlage mit Alarmzentrale: wie funktioniert das in Spanien?

Eine Alarmanlage mit Aufschaltung sendet jedes Signal an eine Alarmzentrale (central receptora de alarmas). Die Zentrale prüft, ob es sich um einen echten Alarm handelt, etwa über zusätzliche Sensoren, Bilder oder Ton, ruft die hinterlegten Kontakte an und informiert bei bestätigtem Alarm die Polizei. Anbieter von Alarmüberwachung müssen in Spanien als Sicherheitsunternehmen beim Innenministerium zugelassen sein (Stand 2026).

Eine reine Sirene ohne Aufschaltung hilft in einem abgelegenen Haus wenig: Wenn niemand in Hörweite ist oder Nachbarn im Winter selbst nicht da sind, bleibt der Alarm folgenlos. Entscheidend für den Nutzen einer Anlage ist deshalb nicht die Technik allein, sondern die Kette danach.

  1. Anbieter prüfen. Fragen Sie nach der Zulassung als Sicherheitsunternehmen, nach den Verifikationsverfahren und nach dem Ablauf bei einem Alarm. Die Rahmenbedingungen für private Sicherheit legt das Ministerio del Interior fest.
  2. Sensoren planen. Magnetkontakte an Türen und leicht erreichbaren Fenstern, Bewegungsmelder in Durchgangsräumen, bei Bedarf Glasbruch- und Rauchmelder. Haustiere von Gästen und Vorhänge vor Meldern sind häufige Auslöser von Fehlalarmen.
  3. Stromausfall bedenken. Die Zentrale der Anlage braucht einen Akku, die Verbindung zur Leitstelle idealerweise einen zweiten Weg (Mobilfunk zusätzlich zu Internet).
  4. Kontaktliste festlegen. Mindestens eine Person vor Ort, die einen Schlüssel hat, den Code kennt und erreichbar ist. Ihre eigene Nummer im Ausland allein reicht nicht.
  5. Zugänge regeln. Eigene Codes für Gäste, Reinigung und Handwerker, damit nachvollziehbar ist, wer wann scharf und unscharf geschaltet hat.
  6. Regelmäßig testen. Einmal im Jahr einen Test mit der Zentrale vereinbaren, Batterien der Funksensoren tauschen.

Ein typisches Beispiel: Im Winter löst die Anlage eines Hauses in einer Urbanización nachts aus. Die Zentrale sieht auf den Bildern eines Bewegungsmelders nur eine Katze auf der Terrasse und ruft die hinterlegte Kontaktperson an, statt die Polizei zu schicken. Am nächsten Morgen prüft die Kontaktperson das Haus von außen und innen und stellt fest, dass eine Persiana nicht ganz geschlossen war. Ohne Verifikation und ohne Person vor Ort hätte der Eigentümer nur eine Push-Nachricht im Ausland erhalten und nicht gewusst, was zu tun ist.

Kameras und Datenschutz: Was ist erlaubt?

Kameras zum Schutz des eigenen Hauses sind in Spanien grundsätzlich zulässig. Nach den Leitlinien der Datenschutzbehörde AEPD dürfen sie aber nur das eigene Grundstück erfassen, nicht öffentliche Straßen oder Nachbargrundstücke über das unvermeidbare Minimum hinaus. Ein gut sichtbares Hinweisschild ist Pflicht, Aufnahmen sind in der Regel innerhalb eines Monats zu löschen (Stand 2026).

Das Prinzip dahinter ist die Verhältnismäßigkeit: Eine Kamera darf so viel aufnehmen, wie für den Schutz des Hauses nötig ist, nicht mehr. Die AEPD stellt Leitfäden und Muster für Hinweisschilder zur Verfügung. Da sich Auslegung und Vorgaben ändern können, sollten Sie vor der Installation die aktuellen Informationen auf der Website der AEPD prüfen oder sich vom Installateur bestätigen lassen, dass die Ausrichtung den Regeln entspricht.

  • Kameras auf Eingänge, Tor, Terrasse und Garten richten, nicht auf Straße, Gehweg oder Nachbarhaus.
  • Hinweisschild (zona videovigilada) an gut sichtbarer Stelle anbringen, mit Angabe der verantwortlichen Person.
  • Aufnahmen automatisch nach der vorgesehenen Frist löschen lassen, außer bei einem Vorfall, der angezeigt wird.
  • Bei Vermietung: Gäste vorab über Außenkameras informieren. Kameras in Innenräumen, die Gäste nutzen, sind nicht angemessen und in Schlaf- und Badezimmern tabu.
  • Wohnen Sie in einer Comunidad, betreffen Kameras in Gemeinschaftsbereichen die Eigentümergemeinschaft und brauchen deren Beschluss.
  • Zugangsdaten zur Kamera-App sicher verwahren, Standardpasswörter ändern, Firmware aktuell halten.

Achtung

Eine Kamera, die nur aufzeichnet, verhindert keinen Einbruch. Sie hilft bei der Aufklärung und beim Nachweis gegenüber der Versicherung. Als Frühwarnsystem ist sie nur so gut wie die Person, die eine Benachrichtigung ernst nimmt und reagiert.

Smart Home und Sensoren: was bringt es wirklich?

Vernetzte Geräte können abwesenden Eigentümern viel Sicherheit geben, wenn man ihre Grenzen kennt. Sinnvoll sind vor allem Sensoren, die über Einbruch hinaus Schäden melden, denn ein unbemerkter Wasserschaden ist für ein leeres Haus oft das größere Risiko.

Smart-Home-Bausteine für abwesende Eigentümer
Baustein Nutzen Grenze
Tür- und Fensterkontakte Meldung, wenn etwas geöffnet wird Ohne Aufschaltung nur Push-Nachricht
Wassermelder unter Boiler, Spüle, Waschmaschine Früherkennung von Leckagen Meldet nur an der Stelle, wo er liegt
Motorisches Absperrventil Hauptwasser per App oder automatisch schließen Muss fachgerecht eingebaut und getestet sein
Temperatur- und Feuchtesensor Hinweis auf Stromausfall, Feuchtigkeit, Hitze Zeigt Werte, behebt nichts
Rauchmelder mit Vernetzung Meldung auch bei Abwesenheit Braucht funktionierende Verbindung
Smarte Steckdosen und Lampen Bewohnter Eindruck, Geräte fernschalten Nach Stromausfall Einstellungen prüfen

Alle vernetzten Geräte hängen am Router. Fällt nach einem Gewitter der Strom aus und der Router startet nicht wieder, ist das gesamte System blind, ohne dass Sie es sofort merken. Eine kleine unterbrechungsfreie Stromversorgung für Router und Alarmzentrale sowie eine Benachrichtigung, wenn Geräte offline gehen, schließen diese Lücke. Wie Sie mit einer Leckage-Meldung aus der Ferne umgehen, beschreibt der Beitrag Wasserschaden im Ferienhaus während Ihrer Abwesenheit.

Wie wirkt ein leeres Haus bewohnt?

Ein leeres Haus wirkt bewohnt, wenn die typischen Zeichen von Leerstand fehlen: kein überquellender Briefkasten, kein Werbematerial vor der Tür, ein gepflegter Garten, wechselnde Persiana-Stellungen und abends Licht, das über Zeitschaltuhren zu unterschiedlichen Zeiten an- und ausgeht. Am wirksamsten ist regelmäßige, sichtbare Präsenz, etwa durch Kontrollgänge zu wechselnden Zeiten.

  • Licht: Zeitschaltuhren oder smarte Lampen in zwei bis drei Räumen, mit leicht wechselnden Zeiten. Ein einziges Licht, das jeden Abend exakt gleich angeht, fällt eher auf.
  • Post: Briefkasten regelmäßig leeren lassen, Werbung abbestellen, wichtige Post umleiten oder digital empfangen.
  • Garten: Rasen, Hecken und Unkraut in Ordnung halten, Laub von Einfahrt und Eingang entfernen. Ein verwildertes Grundstück ist das deutlichste Zeichen für Abwesenheit.
  • Pool: Ein grüner Pool zeigt jedem, der vorbeigeht, dass seit Wochen niemand da war.
  • Mülltonnen und Pakete: Keine Lieferungen an ein leeres Haus bestellen, Paketbenachrichtigungen im Blick behalten.
  • Soziale Medien: Längere Abwesenheit nicht öffentlich ankündigen, Urlaubsfotos erst nach der Rückkehr teilen.
  • Präsenz: Kontrollgänge zu unterschiedlichen Tageszeiten, gelegentlich ein Auto in der Einfahrt, Fenster kurz öffnen und lüften.

Was bei einem vollständigen Kontrollgang geprüft wird, zeigt die Checkliste Hauskontrolle. Für die Sicherheit zählen dabei besonders der Blick auf Spuren an Türen und Fenstern und der Eindruck, den das Haus von der Straße aus macht.

Schlüsselverwaltung: wer hat welchen Schlüssel?

Eine sichere Schlüsselverwaltung bedeutet, dass Sie jederzeit wissen, wer welchen Schlüssel besitzt. Möglichst wenige Schlüssel sollten im Umlauf sein, jeder davon codiert statt mit Adresse beschriftet, und jede Übergabe an Gäste, Reinigung oder Handwerker sollte dokumentiert werden. Geht ein Schlüssel verloren oder ist der Verbleib unklar, wird der Zylinder getauscht.

Bei Ferienhäusern sammeln sich über die Jahre erstaunlich viele Schlüssel an: für Vorbesitzer, Makler, Reinigungskräfte, Gärtner, Poolpfleger, Nachbarn, Handwerker und Gäste. Ein Teil davon kommt nie zurück. Ein professioneller Schlüsselservice bewahrt Schlüssel codiert auf und führt Buch über jede Ausgabe und Rückgabe. Was das im Alltag bedeutet, erklärt der Beitrag Was ist ein Schlüsselservice.

  • Schlüsselliste führen: Schlüssel, Kennung, Inhaber, Datum der Übergabe, Rückgabe.
  • Schlüssel nie mit Adresse oder Namen beschriften, sondern mit einem Code, den nur Sie und Ihre Vertrauensperson kennen.
  • Keine Schlüssel unter Blumentöpfen, Fußmatten oder im Stromkasten verstecken.
  • Schlüsseltresore am Haus nur mit wechselbarem Code und an nicht einsehbarer Stelle.
  • Bei digitalen Schlössern Zugangscodes für jeden Gast neu vergeben und nach Abreise löschen.
  • Ersatzschlüssel für Tor, Garage, Briefkasten und Technikräume nicht vergessen.

Versicherung: was gilt bei leerstehenden Zeiten?

Viele Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen für Häuser in Spanien enthalten besondere Bedingungen für Zeiten, in denen das Haus unbewohnt ist. Häufig sind das eine Höchstdauer ununterbrochener Abwesenheit, Mindestanforderungen an Türen, Schlösser oder Rejas und die Unterscheidung zwischen Einbruchdiebstahl mit Gewalt (robo) und Diebstahl ohne Spuren (hurto). Die genauen Regeln stehen nur in Ihrer eigenen Police.

Lesen Sie die Bedingungen Ihres Vertrags gezielt auf folgende Punkte und lassen Sie sich Unklarheiten schriftlich beantworten. Die Aufsicht über Versicherer in Spanien liegt bei der Dirección General de Seguros y Fondos de Pensiones; Einzelfragen zu Ihrem Vertrag klären aber Ihr Versicherer oder Makler (Stand 2026).

  • Gibt es eine Höchstdauer, die das Haus am Stück unbewohnt sein darf, und was gilt danach?
  • Welche Sicherungen sind vorgeschrieben: Art der Haustür, Schlösser, Rejas, Alarmanlage?
  • Ist Diebstahl ohne Einbruchsspuren gedeckt oder nur Einbruch mit Gewaltanwendung?
  • Gibt es Entschädigungsgrenzen für Wertsachen, Schmuck, Bargeld und Elektronik in Zweitwohnsitzen?
  • Muss eine Alarmanlage im Leerstand scharf geschaltet sein, und muss sie aufgeschaltet sein?
  • Welche Fristen gelten für Schadensmeldung und Anzeige?
  • Sind Vermietungszeiten versichert, oder braucht es bei Ferienvermietung eine eigene Police?

Tipp

Erstellen Sie ein einfaches Inventar mit Fotos der Räume, Seriennummern von Geräten und Belegen für wertvollere Gegenstände. Speichern Sie es außerhalb des Hauses. Im Schadensfall ist es für Polizei und Versicherung die wichtigste Unterlage.

Nachbarn, Comunidad und Urbanización einbinden

Aufmerksame Nachbarn sind eine der wirksamsten Sicherheitsschichten, die es gibt, und sie kosten nichts außer einem guten Verhältnis. Sagen Sie Ihren direkten Nachbarn, wann Sie abreisen, wer sich während Ihrer Abwesenheit um das Haus kümmert und woran sie diese Person erkennen. So wissen sie, wann ein Auto in der Einfahrt normal ist und wann nicht.

Liegt Ihr Haus in einer Anlage mit Gemeinschaftseigentum, ist die Comunidad de Propietarios Ihr Ansprechpartner für gemeinsame Tore, Beleuchtung, Zäune und gegebenenfalls einen Wachdienst. Der Administrador de Fincas kennt die Regeln der Anlage und weiß, ob es Beschlüsse zu Kameras oder Zutrittssystemen gibt. Melden Sie ihm Ihre Kontaktperson vor Ort, damit er im Notfall jemanden erreicht.

  • Kontaktdaten mit direkten Nachbarn austauschen, in einer gemeinsamen Sprache.
  • Nachbarn über Gästeaufenthalte informieren, wenn Sie vermieten.
  • Defekte Gemeinschaftsbeleuchtung oder offene Tore der Comunidad melden.
  • Verdächtige Beobachtungen nicht selbst klären, sondern der Polizei melden.

Was tun nach einem Einbruch?

Nach einem Einbruch in Spanien rufen Sie oder Ihre Vertrauensperson zuerst die Notrufnummer 112 an, betreten das Haus nicht, solange unklar ist, ob noch jemand drin ist, und verändern nichts, bis die Polizei die Spuren aufgenommen hat. Danach folgen die Anzeige (denuncia) bei Guardia Civil oder Policía Nacional, Fotos aller Schäden, die Sicherung des Hauses und die Meldung an die Versicherung.

  1. Notruf 112 wählen. Die 112 ist in ganz Spanien kostenlos und mehrsprachig erreichbar und leitet an die zuständige Stelle weiter. In der Comunitat Valenciana koordiniert die Leitstelle 112 Comunitat Valenciana die Einsätze.
  2. Abstand halten. Das Haus nicht betreten, solange Einbrecher noch drin sein könnten. Auf die Polizei warten.
  3. Spuren nicht verändern. Nichts aufräumen, nichts anfassen, bis die Polizei die Spuren aufgenommen hat.
  4. Anzeige erstatten. Zuständig ist je nach Gemeinde die Guardia Civil oder die Policía Nacional. Für bestimmte Delikte ohne Gewalt gegen Personen bieten beide eine Voranmeldung online an, die anschließend persönlich bestätigt wird. Prüfen Sie das aktuelle Verfahren (Stand 2026). Eine Vertrauensperson kann in der Regel nur mit Vollmacht für Sie Anzeige erstatten.
  5. Dokumentieren. Fotos und Videos aller Schäden und Einbruchsspuren, Liste der fehlenden Gegenstände, Kopie der Anzeige mit Aktenzeichen.
  6. Haus sichern. Beschädigte Türen, Fenster oder Schlösser provisorisch verschließen lassen, Zylinder tauschen, falls Schlüssel fehlen.
  7. Versicherung informieren. Innerhalb der Frist Ihrer Police, mit Anzeige, Fotos, Liste und Belegen.
  8. Nachbereiten. Mit Alarmfirma und Schlosser besprechen, welche Schwachstelle genutzt wurde, und diese schließen.

Marina Alta

In der Marina Alta ist je nach Ort die Guardia Civil oder die Policía Nacional für Anzeigen zuständig, dazu kommt in jeder Gemeinde die Policía Local. Welche Stelle für Ihr Haus zuständig ist, erfahren Sie über die 112 oder beim Ayuntamiento. Notieren Sie Adresse und Telefonnummer der zuständigen Dienststelle in Ihren Hausunterlagen.

Die Sicherheits-Checkliste vor jeder Abreise

  • Alle Türen, Fenster, Dachluken und Garagentore verschlossen, Schiebetüren mit Sperrstange gesichert.
  • Persianas auf der Straßenseite in wechselnder Stellung, Persianas mit Hochschiebesicherung verriegelt.
  • Alarmanlage scharf geschaltet, Kontaktliste bei der Zentrale aktuell, Akku geprüft.
  • Zeitschaltuhren oder smarte Lampen programmiert.
  • Router, Kameras und Sensoren online, Benachrichtigungen aktiv.
  • Wertsachen, Bargeld und Dokumente nicht im Haus oder in einem fest verankerten Tresor.
  • Gartenmöbel, Leitern und Werkzeug weggeschlossen, damit sie nicht als Aufstiegshilfe dienen.
  • Hauptwasser am Absperrhahn geschlossen, wenn keine Bewässerung oder Poolanlage Wasser braucht.
  • Post, Garten und Pool für die Zeit der Abwesenheit organisiert.
  • Nachbarn und Comunidad über Abreise und Kontaktperson informiert.
  • Schlüsselliste aktuell, Vertrauensperson mit Schlüssel und Alarmcode benannt.
  • Versicherungsbedingungen zum Leerstand bekannt, Inventar außerhalb des Hauses gespeichert.

So unterstützen wir

Bei unseren Hauskontrollen prüfen wir Türen, Fenster, Rejas und Persianas auf Spuren und Schäden, sorgen mit wechselnden Zeiten, geleertem Briefkasten und offenen Augen für einen bewohnten Eindruck und stehen als Kontaktperson für Ihre Alarmzentrale zur Verfügung, wenn Sie das wünschen. Ihre Schlüssel verwahren wir codiert und dokumentieren jede Übergabe über unseren Schlüsselservice. Im Ernstfall reagieren wir so schnell wie möglich, informieren Sie und begleiten die nächsten Schritte vor Ort.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Alarmanlage mit Alarmzentrale für ein Ferienhaus?

Für ein Haus, das regelmäßig leer steht, ist die Aufschaltung auf eine Alarmzentrale (central receptora de alarmas) meist sinnvoller als eine reine Sirene. Die Zentrale prüft ein Signal, ruft die hinterlegten Kontakte an und informiert bei bestätigtem Alarm die Polizei. Wichtig ist, dass eine erreichbare Person mit Schlüssel vor Ort hinterlegt ist, die bei Bedarf ins Haus kommt.

Darf ich an meinem Haus in Spanien Kameras aufhängen?

Ja, zum Schutz des eigenen Grundstücks sind Kameras grundsätzlich zulässig. Nach den Leitlinien der spanischen Datenschutzbehörde AEPD sollen sie aber nur das eigene Grundstück erfassen, nicht Straße oder Nachbargrundstücke, ein Hinweisschild ist nötig, und Aufnahmen werden in der Regel nach spätestens einem Monat gelöscht. Prüfen Sie die aktuellen Vorgaben (Stand 2026).

Zahlt die Versicherung, wenn in mein leeres Haus eingebrochen wird?

Das hängt von Ihrer Police ab. Viele spanische und deutsche Hausratversicherungen enthalten Bedingungen für unbewohnte Zeiten, etwa eine Höchstdauer ununterbrochener Abwesenheit, verschlossene Türen und Fenster oder vorhandene Gitter. Oft ist nur ein Einbruch mit Gewaltanwendung gedeckt. Lesen Sie die Bedingungen zu Leerstand und Diebstahl und fragen Sie im Zweifel schriftlich nach.

Was tue ich zuerst, wenn ich von einem Einbruch erfahre?

Rufen Sie die Notrufnummer 112 an oder lassen Sie Ihre Vertrauensperson vor Ort anrufen. Das Haus sollte nicht betreten werden, solange unklar ist, ob noch jemand drin ist. Danach nichts verändern, bis die Polizei die Spuren aufgenommen hat, Schäden fotografieren, Anzeige (denuncia) erstatten und die Versicherung mit der Anzeigenummer informieren.

Wem sollte ich einen Schlüssel für mein Haus in Spanien geben?

Möglichst wenigen Personen, die Sie kennen und die erreichbar sind. Bewährt hat sich eine feste Vertrauensperson oder ein Schlüsselservice, der die Schlüssel codiert und ohne Adresse aufbewahrt und jede Übergabe dokumentiert. Führen Sie eine Liste, wer welchen Schlüssel hat, und tauschen Sie Zylinder, wenn ein Schlüssel verloren geht oder Handwerker ohne Rückgabe weitergezogen sind.

Ratgeber · Sicherheit & Einbruchschutz

Sicherheits-Checkliste für Eigentümer, die nicht vor Ort sind

Eine ruhige, sachliche Checkliste für Eigentümer im Ausland: mechanischer Schutz, Alarm und Kameras, bewohnter Eindruck, Schlüsselverwaltung, Versicherung und was nach einem Einbruch zu tun ist.

Villa an der Costa Blanca am Abend mit beleuchteten Fenstern und geschlossenen Persianas

Wie schützen Sie ein Haus in Spanien, wenn Sie nicht da sind?

Ein Haus, dessen Eigentümer im Ausland leben, wird am besten in Schichten geschützt: Mechanik verzögert ein Eindringen, eine Alarmanlage mit Aufschaltung meldet es, ein Mensch vor Ort reagiert, und ein bewohnter Eindruck sorgt dafür, dass das Haus gar nicht erst als Ziel ausgewählt wird. Keine dieser Schichten ersetzt die anderen, gemeinsam machen sie das Haus zu einem schwierigen und wenig lohnenden Ziel.

Die meisten Einbrüche in Ferienhäuser sind keine ausgeklügelten Aktionen. Wer einbricht, sucht Gelegenheiten: ein Haus, das erkennbar leer steht, eine Terrassentür, die sich mit einem Schraubendreher aufhebeln lässt, ein Grundstück ohne Einsicht von der Straße. Gute Sicherheit bedeutet deshalb nicht, aus dem Haus eine Festung zu machen, sondern die Gelegenheiten zu verringern und dafür zu sorgen, dass jemand merkt, wenn doch etwas passiert.

Die folgende Checkliste ist nach diesen Schichten geordnet. Sie beginnt beim Grundstück und endet bei der Frage, was nach einem Einbruch zu tun ist. Wer sich systematisch auf eine Abwesenheit vorbereitet, findet ergänzende Punkte zu Wasser, Strom und Feuchtigkeit im Ratgeber Haus in Spanien für Monate verlassen.

Die Schichten der Haussicherheit im Überblick
Schicht Aufgabe Beispiele
Grundstück Abschrecken, Einsicht ermöglichen Tor, Zaun, Beleuchtung mit Bewegungsmelder, gepflegter Garten
Gebäudehülle Eindringen verzögern Sicherheitstür, Mehrfachverriegelung, Rejas, Persianas mit Hochschiebesicherung
Melden Eindringen erkennen und weitergeben Alarmanlage mit Aufschaltung, Kameras, Sensoren
Reagieren Vor Ort handeln Alarmzentrale, Vertrauensperson mit Schlüssel, Polizei
Bewohnter Eindruck Nicht als Ziel ausgewählt werden Zeitschaltuhren, geleerte Post, regelmäßige Präsenz
Organisation Folgen begrenzen Schlüsselliste, Versicherung, Inventar, Notfallplan

Welche Türen und Schlösser braucht ein Ferienhaus?

Die Haustür eines Ferienhauses sollte eine Sicherheitstür (puerta blindada oder puerta acorazada) mit Mehrfachverriegelung und einem Sicherheitszylinder sein, der gegen Aufbohren, Ziehen und Aufsperren geschützt ist. Ebenso wichtig sind die Nebeneingänge: Terrassentüren, Garagentüren und Kellerzugänge sind oft schwächer gesichert als die Haustür und deshalb der häufigere Angriffspunkt.

In vielen älteren Häusern an der Costa Blanca ist die Haustür solide, während die großen Schiebetüren zur Terrasse aus einfachen Aluminiumprofilen mit einem kleinen Hakenriegel bestehen. Solche Türen lassen sich oft aus der Schiene heben. Zusatzschlösser, Aushebelsicherungen und eine Sperrstange in der Laufschiene sind einfache, wirksame Verbesserungen.

  • Haustür: Sicherheitstür mit Mehrfachverriegelung, Sicherheitszylinder mit Sicherungskarte, Zylinder nicht über den Beschlag hinausstehend.
  • Terrassen- und Schiebetüren: Zusatzschloss oder Sperrstange, Aushebelsicherung an der oberen Schiene.
  • Garagentor: Motor mit gesicherter Notentriegelung, Verbindungstür zum Haus wie eine Haustür behandeln.
  • Fenster im Erdgeschoss und an leicht erreichbaren Stellen: abschließbare Griffe oder Rejas.
  • Dachluken, Lichtschächte und Kellerfenster nicht vergessen.
  • Nach dem Kauf eines Hauses alle Schließzylinder tauschen; Sie wissen nie, wie viele Schlüssel im Umlauf sind.

Tipp

Bewahren Sie die Sicherungskarte des Schließzylinders nicht im Haus auf. Ohne sie lassen sich keine Nachschlüssel anfertigen, mit ihr aber schon. Ein Foto der Karte in Ihren Unterlagen und das Original an einem sicheren Ort zu Hause reichen.

Rejas und Persianas: Schutz oder nur Optik?

Rejas (Fenstergitter) und Persianas (Rollläden) sind in Spanien verbreitete und wirksame Schutzelemente, wenn sie richtig ausgeführt sind. Eine Reja schützt nur, wenn sie fest im Mauerwerk verankert ist und die Stäbe eng genug stehen. Eine Persiana schützt nur, wenn sie sich von außen nicht hochschieben lässt. Beide sollten bei Kontrollgängen regelmäßig geprüft werden.

Eine Reja ist an vielen Häusern der Marina Alta Standard, besonders im Erdgeschoss. Sie verhindert, dass jemand durch ein geöffnetes oder eingeschlagenes Fenster einsteigt, und erlaubt gleichzeitig, bei Anwesenheit nachts zu lüften. Achten Sie auf gelockerte Befestigungen, Rost an den Einmauerungen und darauf, dass Rejas vor Fluchtwegen im Notfall von innen zu öffnen sind.

Eine Persiana wird im Sommer vor allem gegen Hitze geschlossen. Als Einbruchschutz taugt sie nur mit Hochschiebesicherung oder Verriegelung. Einfache Kunststofflamellen ohne Sicherung lassen sich mit etwas Kraft hochdrücken. Bei der Abwesenheit gibt es zudem einen Zielkonflikt: Komplett geschlossene Persianas über Wochen signalisieren Leerstand und halten Feuchtigkeit im Haus. Bewährt hat sich, die Persianas auf der Straßenseite teilweise zu öffnen und bei jedem Kontrollgang die Stellung leicht zu verändern.

Marina Alta

In Meeresnähe rosten Rejas und Beschläge durch die Salzluft schneller. Rostblasen an der Stelle, an der das Gitter im Mauerwerk sitzt, sind ein Hinweis, dass die Verankerung nachlässt. Ein Schlosser kann sie neu setzen, bevor das Gitter nur noch optisch schützt.

Alarmanlage mit Alarmzentrale: wie funktioniert das in Spanien?

Eine Alarmanlage mit Aufschaltung sendet jedes Signal an eine Alarmzentrale (central receptora de alarmas). Die Zentrale prüft, ob es sich um einen echten Alarm handelt, etwa über zusätzliche Sensoren, Bilder oder Ton, ruft die hinterlegten Kontakte an und informiert bei bestätigtem Alarm die Polizei. Anbieter von Alarmüberwachung müssen in Spanien als Sicherheitsunternehmen beim Innenministerium zugelassen sein (Stand 2026).

Eine reine Sirene ohne Aufschaltung hilft in einem abgelegenen Haus wenig: Wenn niemand in Hörweite ist oder Nachbarn im Winter selbst nicht da sind, bleibt der Alarm folgenlos. Entscheidend für den Nutzen einer Anlage ist deshalb nicht die Technik allein, sondern die Kette danach.

  1. Anbieter prüfen. Fragen Sie nach der Zulassung als Sicherheitsunternehmen, nach den Verifikationsverfahren und nach dem Ablauf bei einem Alarm. Die Rahmenbedingungen für private Sicherheit legt das Ministerio del Interior fest.
  2. Sensoren planen. Magnetkontakte an Türen und leicht erreichbaren Fenstern, Bewegungsmelder in Durchgangsräumen, bei Bedarf Glasbruch- und Rauchmelder. Haustiere von Gästen und Vorhänge vor Meldern sind häufige Auslöser von Fehlalarmen.
  3. Stromausfall bedenken. Die Zentrale der Anlage braucht einen Akku, die Verbindung zur Leitstelle idealerweise einen zweiten Weg (Mobilfunk zusätzlich zu Internet).
  4. Kontaktliste festlegen. Mindestens eine Person vor Ort, die einen Schlüssel hat, den Code kennt und erreichbar ist. Ihre eigene Nummer im Ausland allein reicht nicht.
  5. Zugänge regeln. Eigene Codes für Gäste, Reinigung und Handwerker, damit nachvollziehbar ist, wer wann scharf und unscharf geschaltet hat.
  6. Regelmäßig testen. Einmal im Jahr einen Test mit der Zentrale vereinbaren, Batterien der Funksensoren tauschen.

Ein typisches Beispiel: Im Winter löst die Anlage eines Hauses in einer Urbanización nachts aus. Die Zentrale sieht auf den Bildern eines Bewegungsmelders nur eine Katze auf der Terrasse und ruft die hinterlegte Kontaktperson an, statt die Polizei zu schicken. Am nächsten Morgen prüft die Kontaktperson das Haus von außen und innen und stellt fest, dass eine Persiana nicht ganz geschlossen war. Ohne Verifikation und ohne Person vor Ort hätte der Eigentümer nur eine Push-Nachricht im Ausland erhalten und nicht gewusst, was zu tun ist.

Kameras und Datenschutz: Was ist erlaubt?

Kameras zum Schutz des eigenen Hauses sind in Spanien grundsätzlich zulässig. Nach den Leitlinien der Datenschutzbehörde AEPD dürfen sie aber nur das eigene Grundstück erfassen, nicht öffentliche Straßen oder Nachbargrundstücke über das unvermeidbare Minimum hinaus. Ein gut sichtbares Hinweisschild ist Pflicht, Aufnahmen sind in der Regel innerhalb eines Monats zu löschen (Stand 2026).

Das Prinzip dahinter ist die Verhältnismäßigkeit: Eine Kamera darf so viel aufnehmen, wie für den Schutz des Hauses nötig ist, nicht mehr. Die AEPD stellt Leitfäden und Muster für Hinweisschilder zur Verfügung. Da sich Auslegung und Vorgaben ändern können, sollten Sie vor der Installation die aktuellen Informationen auf der Website der AEPD prüfen oder sich vom Installateur bestätigen lassen, dass die Ausrichtung den Regeln entspricht.

  • Kameras auf Eingänge, Tor, Terrasse und Garten richten, nicht auf Straße, Gehweg oder Nachbarhaus.
  • Hinweisschild (zona videovigilada) an gut sichtbarer Stelle anbringen, mit Angabe der verantwortlichen Person.
  • Aufnahmen automatisch nach der vorgesehenen Frist löschen lassen, außer bei einem Vorfall, der angezeigt wird.
  • Bei Vermietung: Gäste vorab über Außenkameras informieren. Kameras in Innenräumen, die Gäste nutzen, sind nicht angemessen und in Schlaf- und Badezimmern tabu.
  • Wohnen Sie in einer Comunidad, betreffen Kameras in Gemeinschaftsbereichen die Eigentümergemeinschaft und brauchen deren Beschluss.
  • Zugangsdaten zur Kamera-App sicher verwahren, Standardpasswörter ändern, Firmware aktuell halten.

Achtung

Eine Kamera, die nur aufzeichnet, verhindert keinen Einbruch. Sie hilft bei der Aufklärung und beim Nachweis gegenüber der Versicherung. Als Frühwarnsystem ist sie nur so gut wie die Person, die eine Benachrichtigung ernst nimmt und reagiert.

Smart Home und Sensoren: was bringt es wirklich?

Vernetzte Geräte können abwesenden Eigentümern viel Sicherheit geben, wenn man ihre Grenzen kennt. Sinnvoll sind vor allem Sensoren, die über Einbruch hinaus Schäden melden, denn ein unbemerkter Wasserschaden ist für ein leeres Haus oft das größere Risiko.

Smart-Home-Bausteine für abwesende Eigentümer
Baustein Nutzen Grenze
Tür- und Fensterkontakte Meldung, wenn etwas geöffnet wird Ohne Aufschaltung nur Push-Nachricht
Wassermelder unter Boiler, Spüle, Waschmaschine Früherkennung von Leckagen Meldet nur an der Stelle, wo er liegt
Motorisches Absperrventil Hauptwasser per App oder automatisch schließen Muss fachgerecht eingebaut und getestet sein
Temperatur- und Feuchtesensor Hinweis auf Stromausfall, Feuchtigkeit, Hitze Zeigt Werte, behebt nichts
Rauchmelder mit Vernetzung Meldung auch bei Abwesenheit Braucht funktionierende Verbindung
Smarte Steckdosen und Lampen Bewohnter Eindruck, Geräte fernschalten Nach Stromausfall Einstellungen prüfen

Alle vernetzten Geräte hängen am Router. Fällt nach einem Gewitter der Strom aus und der Router startet nicht wieder, ist das gesamte System blind, ohne dass Sie es sofort merken. Eine kleine unterbrechungsfreie Stromversorgung für Router und Alarmzentrale sowie eine Benachrichtigung, wenn Geräte offline gehen, schließen diese Lücke. Wie Sie mit einer Leckage-Meldung aus der Ferne umgehen, beschreibt der Beitrag Wasserschaden im Ferienhaus während Ihrer Abwesenheit.

Wie wirkt ein leeres Haus bewohnt?

Ein leeres Haus wirkt bewohnt, wenn die typischen Zeichen von Leerstand fehlen: kein überquellender Briefkasten, kein Werbematerial vor der Tür, ein gepflegter Garten, wechselnde Persiana-Stellungen und abends Licht, das über Zeitschaltuhren zu unterschiedlichen Zeiten an- und ausgeht. Am wirksamsten ist regelmäßige, sichtbare Präsenz, etwa durch Kontrollgänge zu wechselnden Zeiten.

  • Licht: Zeitschaltuhren oder smarte Lampen in zwei bis drei Räumen, mit leicht wechselnden Zeiten. Ein einziges Licht, das jeden Abend exakt gleich angeht, fällt eher auf.
  • Post: Briefkasten regelmäßig leeren lassen, Werbung abbestellen, wichtige Post umleiten oder digital empfangen.
  • Garten: Rasen, Hecken und Unkraut in Ordnung halten, Laub von Einfahrt und Eingang entfernen. Ein verwildertes Grundstück ist das deutlichste Zeichen für Abwesenheit.
  • Pool: Ein grüner Pool zeigt jedem, der vorbeigeht, dass seit Wochen niemand da war.
  • Mülltonnen und Pakete: Keine Lieferungen an ein leeres Haus bestellen, Paketbenachrichtigungen im Blick behalten.
  • Soziale Medien: Längere Abwesenheit nicht öffentlich ankündigen, Urlaubsfotos erst nach der Rückkehr teilen.
  • Präsenz: Kontrollgänge zu unterschiedlichen Tageszeiten, gelegentlich ein Auto in der Einfahrt, Fenster kurz öffnen und lüften.

Was bei einem vollständigen Kontrollgang geprüft wird, zeigt die Checkliste Hauskontrolle. Für die Sicherheit zählen dabei besonders der Blick auf Spuren an Türen und Fenstern und der Eindruck, den das Haus von der Straße aus macht.

Schlüsselverwaltung: wer hat welchen Schlüssel?

Eine sichere Schlüsselverwaltung bedeutet, dass Sie jederzeit wissen, wer welchen Schlüssel besitzt. Möglichst wenige Schlüssel sollten im Umlauf sein, jeder davon codiert statt mit Adresse beschriftet, und jede Übergabe an Gäste, Reinigung oder Handwerker sollte dokumentiert werden. Geht ein Schlüssel verloren oder ist der Verbleib unklar, wird der Zylinder getauscht.

Bei Ferienhäusern sammeln sich über die Jahre erstaunlich viele Schlüssel an: für Vorbesitzer, Makler, Reinigungskräfte, Gärtner, Poolpfleger, Nachbarn, Handwerker und Gäste. Ein Teil davon kommt nie zurück. Ein professioneller Schlüsselservice bewahrt Schlüssel codiert auf und führt Buch über jede Ausgabe und Rückgabe. Was das im Alltag bedeutet, erklärt der Beitrag Was ist ein Schlüsselservice.

  • Schlüsselliste führen: Schlüssel, Kennung, Inhaber, Datum der Übergabe, Rückgabe.
  • Schlüssel nie mit Adresse oder Namen beschriften, sondern mit einem Code, den nur Sie und Ihre Vertrauensperson kennen.
  • Keine Schlüssel unter Blumentöpfen, Fußmatten oder im Stromkasten verstecken.
  • Schlüsseltresore am Haus nur mit wechselbarem Code und an nicht einsehbarer Stelle.
  • Bei digitalen Schlössern Zugangscodes für jeden Gast neu vergeben und nach Abreise löschen.
  • Ersatzschlüssel für Tor, Garage, Briefkasten und Technikräume nicht vergessen.

Versicherung: was gilt bei leerstehenden Zeiten?

Viele Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen für Häuser in Spanien enthalten besondere Bedingungen für Zeiten, in denen das Haus unbewohnt ist. Häufig sind das eine Höchstdauer ununterbrochener Abwesenheit, Mindestanforderungen an Türen, Schlösser oder Rejas und die Unterscheidung zwischen Einbruchdiebstahl mit Gewalt (robo) und Diebstahl ohne Spuren (hurto). Die genauen Regeln stehen nur in Ihrer eigenen Police.

Lesen Sie die Bedingungen Ihres Vertrags gezielt auf folgende Punkte und lassen Sie sich Unklarheiten schriftlich beantworten. Die Aufsicht über Versicherer in Spanien liegt bei der Dirección General de Seguros y Fondos de Pensiones; Einzelfragen zu Ihrem Vertrag klären aber Ihr Versicherer oder Makler (Stand 2026).

  • Gibt es eine Höchstdauer, die das Haus am Stück unbewohnt sein darf, und was gilt danach?
  • Welche Sicherungen sind vorgeschrieben: Art der Haustür, Schlösser, Rejas, Alarmanlage?
  • Ist Diebstahl ohne Einbruchsspuren gedeckt oder nur Einbruch mit Gewaltanwendung?
  • Gibt es Entschädigungsgrenzen für Wertsachen, Schmuck, Bargeld und Elektronik in Zweitwohnsitzen?
  • Muss eine Alarmanlage im Leerstand scharf geschaltet sein, und muss sie aufgeschaltet sein?
  • Welche Fristen gelten für Schadensmeldung und Anzeige?
  • Sind Vermietungszeiten versichert, oder braucht es bei Ferienvermietung eine eigene Police?

Tipp

Erstellen Sie ein einfaches Inventar mit Fotos der Räume, Seriennummern von Geräten und Belegen für wertvollere Gegenstände. Speichern Sie es außerhalb des Hauses. Im Schadensfall ist es für Polizei und Versicherung die wichtigste Unterlage.

Nachbarn, Comunidad und Urbanización einbinden

Aufmerksame Nachbarn sind eine der wirksamsten Sicherheitsschichten, die es gibt, und sie kosten nichts außer einem guten Verhältnis. Sagen Sie Ihren direkten Nachbarn, wann Sie abreisen, wer sich während Ihrer Abwesenheit um das Haus kümmert und woran sie diese Person erkennen. So wissen sie, wann ein Auto in der Einfahrt normal ist und wann nicht.

Liegt Ihr Haus in einer Anlage mit Gemeinschaftseigentum, ist die Comunidad de Propietarios Ihr Ansprechpartner für gemeinsame Tore, Beleuchtung, Zäune und gegebenenfalls einen Wachdienst. Der Administrador de Fincas kennt die Regeln der Anlage und weiß, ob es Beschlüsse zu Kameras oder Zutrittssystemen gibt. Melden Sie ihm Ihre Kontaktperson vor Ort, damit er im Notfall jemanden erreicht.

  • Kontaktdaten mit direkten Nachbarn austauschen, in einer gemeinsamen Sprache.
  • Nachbarn über Gästeaufenthalte informieren, wenn Sie vermieten.
  • Defekte Gemeinschaftsbeleuchtung oder offene Tore der Comunidad melden.
  • Verdächtige Beobachtungen nicht selbst klären, sondern der Polizei melden.

Was tun nach einem Einbruch?

Nach einem Einbruch in Spanien rufen Sie oder Ihre Vertrauensperson zuerst die Notrufnummer 112 an, betreten das Haus nicht, solange unklar ist, ob noch jemand drin ist, und verändern nichts, bis die Polizei die Spuren aufgenommen hat. Danach folgen die Anzeige (denuncia) bei Guardia Civil oder Policía Nacional, Fotos aller Schäden, die Sicherung des Hauses und die Meldung an die Versicherung.

  1. Notruf 112 wählen. Die 112 ist in ganz Spanien kostenlos und mehrsprachig erreichbar und leitet an die zuständige Stelle weiter. In der Comunitat Valenciana koordiniert die Leitstelle 112 Comunitat Valenciana die Einsätze.
  2. Abstand halten. Das Haus nicht betreten, solange Einbrecher noch drin sein könnten. Auf die Polizei warten.
  3. Spuren nicht verändern. Nichts aufräumen, nichts anfassen, bis die Polizei die Spuren aufgenommen hat.
  4. Anzeige erstatten. Zuständig ist je nach Gemeinde die Guardia Civil oder die Policía Nacional. Für bestimmte Delikte ohne Gewalt gegen Personen bieten beide eine Voranmeldung online an, die anschließend persönlich bestätigt wird. Prüfen Sie das aktuelle Verfahren (Stand 2026). Eine Vertrauensperson kann in der Regel nur mit Vollmacht für Sie Anzeige erstatten.
  5. Dokumentieren. Fotos und Videos aller Schäden und Einbruchsspuren, Liste der fehlenden Gegenstände, Kopie der Anzeige mit Aktenzeichen.
  6. Haus sichern. Beschädigte Türen, Fenster oder Schlösser provisorisch verschließen lassen, Zylinder tauschen, falls Schlüssel fehlen.
  7. Versicherung informieren. Innerhalb der Frist Ihrer Police, mit Anzeige, Fotos, Liste und Belegen.
  8. Nachbereiten. Mit Alarmfirma und Schlosser besprechen, welche Schwachstelle genutzt wurde, und diese schließen.

Marina Alta

In der Marina Alta ist je nach Ort die Guardia Civil oder die Policía Nacional für Anzeigen zuständig, dazu kommt in jeder Gemeinde die Policía Local. Welche Stelle für Ihr Haus zuständig ist, erfahren Sie über die 112 oder beim Ayuntamiento. Notieren Sie Adresse und Telefonnummer der zuständigen Dienststelle in Ihren Hausunterlagen.

Die Sicherheits-Checkliste vor jeder Abreise

  • Alle Türen, Fenster, Dachluken und Garagentore verschlossen, Schiebetüren mit Sperrstange gesichert.
  • Persianas auf der Straßenseite in wechselnder Stellung, Persianas mit Hochschiebesicherung verriegelt.
  • Alarmanlage scharf geschaltet, Kontaktliste bei der Zentrale aktuell, Akku geprüft.
  • Zeitschaltuhren oder smarte Lampen programmiert.
  • Router, Kameras und Sensoren online, Benachrichtigungen aktiv.
  • Wertsachen, Bargeld und Dokumente nicht im Haus oder in einem fest verankerten Tresor.
  • Gartenmöbel, Leitern und Werkzeug weggeschlossen, damit sie nicht als Aufstiegshilfe dienen.
  • Hauptwasser am Absperrhahn geschlossen, wenn keine Bewässerung oder Poolanlage Wasser braucht.
  • Post, Garten und Pool für die Zeit der Abwesenheit organisiert.
  • Nachbarn und Comunidad über Abreise und Kontaktperson informiert.
  • Schlüsselliste aktuell, Vertrauensperson mit Schlüssel und Alarmcode benannt.
  • Versicherungsbedingungen zum Leerstand bekannt, Inventar außerhalb des Hauses gespeichert.

So unterstützen wir

Bei unseren Hauskontrollen prüfen wir Türen, Fenster, Rejas und Persianas auf Spuren und Schäden, sorgen mit wechselnden Zeiten, geleertem Briefkasten und offenen Augen für einen bewohnten Eindruck und stehen als Kontaktperson für Ihre Alarmzentrale zur Verfügung, wenn Sie das wünschen. Ihre Schlüssel verwahren wir codiert und dokumentieren jede Übergabe über unseren Schlüsselservice. Im Ernstfall reagieren wir so schnell wie möglich, informieren Sie und begleiten die nächsten Schritte vor Ort.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Alarmanlage mit Alarmzentrale für ein Ferienhaus?

Für ein Haus, das regelmäßig leer steht, ist die Aufschaltung auf eine Alarmzentrale (central receptora de alarmas) meist sinnvoller als eine reine Sirene. Die Zentrale prüft ein Signal, ruft die hinterlegten Kontakte an und informiert bei bestätigtem Alarm die Polizei. Wichtig ist, dass eine erreichbare Person mit Schlüssel vor Ort hinterlegt ist, die bei Bedarf ins Haus kommt.

Darf ich an meinem Haus in Spanien Kameras aufhängen?

Ja, zum Schutz des eigenen Grundstücks sind Kameras grundsätzlich zulässig. Nach den Leitlinien der spanischen Datenschutzbehörde AEPD sollen sie aber nur das eigene Grundstück erfassen, nicht Straße oder Nachbargrundstücke, ein Hinweisschild ist nötig, und Aufnahmen werden in der Regel nach spätestens einem Monat gelöscht. Prüfen Sie die aktuellen Vorgaben (Stand 2026).

Zahlt die Versicherung, wenn in mein leeres Haus eingebrochen wird?

Das hängt von Ihrer Police ab. Viele spanische und deutsche Hausratversicherungen enthalten Bedingungen für unbewohnte Zeiten, etwa eine Höchstdauer ununterbrochener Abwesenheit, verschlossene Türen und Fenster oder vorhandene Gitter. Oft ist nur ein Einbruch mit Gewaltanwendung gedeckt. Lesen Sie die Bedingungen zu Leerstand und Diebstahl und fragen Sie im Zweifel schriftlich nach.

Was tue ich zuerst, wenn ich von einem Einbruch erfahre?

Rufen Sie die Notrufnummer 112 an oder lassen Sie Ihre Vertrauensperson vor Ort anrufen. Das Haus sollte nicht betreten werden, solange unklar ist, ob noch jemand drin ist. Danach nichts verändern, bis die Polizei die Spuren aufgenommen hat, Schäden fotografieren, Anzeige (denuncia) erstatten und die Versicherung mit der Anzeigenummer informieren.

Wem sollte ich einen Schlüssel für mein Haus in Spanien geben?

Möglichst wenigen Personen, die Sie kennen und die erreichbar sind. Bewährt hat sich eine feste Vertrauensperson oder ein Schlüsselservice, der die Schlüssel codiert und ohne Adresse aufbewahrt und jede Übergabe dokumentiert. Führen Sie eine Liste, wer welchen Schlüssel hat, und tauschen Sie Zylinder, wenn ein Schlüssel verloren geht oder Handwerker ohne Rückgabe weitergezogen sind.